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Kenngrößen im Standortvergleich

Zunächst werden die anlagenunabhängigen Parameter der GHI und der Windleistungsdichte betrachtet: Die Globalstrahlung nimmt nahezu gleichmäßig nach Süden hin zu, das bestätigen die Standortwerte zur durchschnittlichen GHI. Obwohl Kompressorstation 1 und 4 auf ähnlichen Breitengraden liegen, erzielt die südöstliche Kompressorstation 1 eindeutig mehr Solarstrahlung und übertrifft somit alle anderen Standorte. Standort 1 führt auch bei der Windleistung die höchste Dichte, sodass dieser Standort sowohl für den Ausbau von PV- als auch Windkraftanlagen höchst geeignet wäre. 

Ausgehend von der höchsten Energieausbeute für Standort 1 ist es folglich logisch, dass dort die niedrigsten Investitionskosten für beide Energiesysteme vorzufinden sind. Sämtliche Kosten belaufen sich auf den zweistelligen Millionenbereich an Euro: Die wirtschaftlichste Umsetzung für einen jährlichen Stromertrag von 138,5 GWh ist dem Ausbau der Windkraftanlage an Standort 1 zuzuschreiben. Investitionen für diesen Standort befinden sich bei 32,2 Mio. €. Erstaunlicherweise ist die zweitgünstigste Option nicht der Bau von einer PV-Anlage am gleichen Standort, so wie die GHI vermuten lässt, sondern der Standort 3 für die Windkraft. Grundsätzlich schneiden alle Standorte, bis auf die Ausnahme des Standort 2, wirtschaftlich günstiger für die Windkraft ab. Dagegen liegen die Investitionen für die PV-Szenarien alle relativ nah beieinander – besonders Standort 3 bis 5 treffen sich im Gesamtinvestitionsbereich von grob 45,3 Mio. Euro. Eine logische Begründung dafür sind die prozentualen Diskrepanzen der durchschnittlichen GHI, die zwischen den 1.400er-Werten minimal ausfallen, wohingegen die relativen Unterschiede der Windleistungen zueinander mehr als 10 % Unterschied aufweisen – mit Ausnahme von Standort 2 (270 W/m2) und 4 (285 W/m2).

Von den PV-Anlagen sind Hunderttausende notwendig, um den gewünschten Jahresertrag von 138,5 GWh zu erbringen, die ebenso von ca. 10 Windkraftanlagen produziert werden.


Die durchschnittlichen Jahreserträge der Energiesysteme sind verhältnismäßig ein Ebenbild der Standortfaktoren GHI und Windleistung.


In der Anlagenflächen unterscheiden sich die Systeme stark – dies ist unter anderem dem großen Sicherheitsabstand der Windkraftanlagen zuzuschreiben. 

Dass es sich bei den untersuchten Energiesystem um zwei technisch sehr unterschiedlich entwickelte Technologien handelt wird auch bei der Gesamtkapazität ersichtlich: Die vielen Hunderttausend PV-Module setzen sich zu großen PV-Anlagen mit knapp 100 MW Kapazität zusammen, während die Windkraftanlagen verteilt über eine viel größere Anlagenfläche eine gesamte Leistung von ca. 16 MW aufweisen.

Die Volllaststunden fallen ähnlich zu den vorherigen Kenngrößen sehr einheitlich für die PV-Standorte aus: Die PV-Module sind rund 1.400 Volllaststunden von möglichen 8.760 Jahresstunden im Betrieb und fallen somit in ihrer Effizienz geringer aus als die Windkraftanlagen, die durchschnittlich ca. 4.120 Volllaststunden aufweisen.

Letztlich ist die CO2-Vermeidung zu betrachten, welche auf den ersten Blick sehr positiv für die PV-Anlagen ausfällt. Durchschnittlich ist eine CO2-Einsparung von 62,2 t pro Betriebsstunde zu verzeichnen. Die Windkraftanlagen tragen ebenso mit stündlichen 11 t zu einer grüneren Energiewirtschaft bei.